Neue Straßenbahn rollt durch Rostock

Rostocks neue Straßenbahn am Neuen Markt in Rostock. Foto: Joachim Kloock

Rostocks neue Straßenbahn am Neuen Markt in Rostock. Foto: Joachim Kloock

Rostocks neueste Straßenbahn sind offiziell in Betrieb gegangen. Die ersten beiden Niederflur-Gelenktriebwagen vom Typ Tramlink 6N2 sind auf der Linie 1 zwischen Hafenallee und Rügener Straße/Mecklenburger Allee unterwegs. Den Weg nach Warnemünde bewältigen diese Bahnen noch nicht. Aus der Rostocker Innenstadt kann man mit ihnen bequem in Richtung Warnemünde fahren, den letzten Abschnitt übernimmt ab Lichtenhagen die Buslinie 36 ab.

Premierenfahrt auf Linie 1 durch Rostock. Foto: Joachim Kloock

Premierenfahrt auf Linie 1 durch Rostock. Foto: Joachim Kloock

„Wir haben uns die notwendige Zeit genommen, alle technischen Fragen sorgfältig zu klären. Nun können unsere Fahrgäste endlich die neue Qualität genießen“, freut sich RSAG-Vorstand Michael Schroeder. Die ersten beiden Züge sind auf der Linie 1 zwischen Hafenallee und Rügener Straße/Mecklenburger Allee im Einsatz. Im Laufe der kommenden Wochen und Monate werden weitere Züge in den regulären Fahrdienst übernommen. Ziel ist es, dass noch vor Weihnachten alle 13 neuen Bahnen in Rostock unterwegs sind. Das Gesamtauftragsvolumen liegt bei 37,6 Mio. Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die 13 neuen Fahrzeuge mit rund 19 Mio. Euro.

Vorteile der neuen Bahn

Innenansicht der neuen Straßenbahn vom Typ Tramlink 6N2. Foto: Joachim Kloock

Innenansicht der neuen Straßenbahn vom Typ Tramlink 6N2. Foto: Joachim Kloock

Durch barrierefreie Ein- und Ausgänge und das Weglassen von Stufen und Podesten wird das Straßenbahnfahren noch komfortabler. Die neuen Bahnen sind durchgehend, von der ersten bis zur letzten Tür, niederflurig. Die moderne Fahrgastraumgestaltung mit vier Multifunktionsbereichen schafft ausreichend Platz für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder. Die mit Videoüberwachung ausgerüsteten Fahrzeuge werden mit modernen Flachbildmonitoren ausgestattet. Die Bildschirme zeigen eine übersichtliche Anzeige des Streckenverlaufs und sind auch für Menschen mit Sehbehinderung gut lesbar. Dem Fahrgast wird durch die Außenlautsprecher die Linie und das aktuelle Ziel angesagt. So erhalten Blinde und seheingeschränkte Personen eine bessere Orientierung.

Unverändert werden die neuen Fahrzeuge Energie ins Fahrleitungsnetz zurückspeisen, eine Energiespeicherung im Fahrzeug ist ebenfalls vorgesehen. Ziel ist dabei die Reduzierung der Anfahrspitzen. Durch den Einsatz von Klimatisierungsanlagen mit einem hohen Wirkungsgrad und einer optimierten wärmetechnischen Isolation des Wagenkastens und der Scheiben (Thermoscheiben) sowie des Fußbodens wird die Energieeffizienz des Fahrzeuges gegenüber den vorhandenen Niederflurbahnen gesteigert.

Fahrzeugdaten

  • Typ: 100% Niederfluriges Einrichtungsfahrzeug (6N2)
  • Hersteller: Konsortium der Vossloh Kiepe GmbH und Vossloh España S.A. (Spanien)
  • Spannung: 750 V DC
  • Länge: 32 Meter
  • Breite: 2,65 Meter; Einzug auf 2,30 Meter im Bahnsteigbereich
  • Gewicht: ca. 44 Tonnen (leer)
  • Spurweite: 1.435 Milimieter
  • Geschwindigkeit: begrenzt auf 60 km/h im Liniennetz (max. 70 km/h möglich)
  • Fahrzeug: 5 Wagenteile und 3 Drehgestelle (2 Triebdrehgestelle, 1 Laufdrehgestell)
  • Fahrwerke: Antrieb mit vier Fahrmotoren (je 100 kW)
  • Energiespeicher: Supercaps zur Begrenzung der Stromspitzen beim Anfahren auf 800 A
  • Sitz-/Stehplätze: 71 Sitzplätze, 139 Stehplätze bei vier Personen pro Qudratmeter

    Veröffentlicht von WMNDE.de

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