Sturmflut durch Tief Axel in Warnemünde

In der Ostsee ist aktuell mehr Wasser als gewöhnlich. Das Sturmtief Axel drückt diese Wassermengen an die deutsche Ostseeküste. Die Experten vom BSH in Rostock erwarteten Höchststände von über 1,70 Meter über Normal, die gegen 23 Uhr eintreffen sollen. Wir berichten über den aktuellen Stand in Rostock und Warnemünde.

Sturmflut am Alten Strom in Warnemünde. Foto: Sophie Kirchhoff

Sturmflut am Alten Strom in Warnemünde. Foto: Sophie Kirchhoff

„Es war die stärkste Sturmflut seit 2006“, sagte Jürgen Holfort vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock. Seit Mitternacht gingen die Wasserstände langsam wieder zurück. Am Morgen könne der Pegel oft noch einen Meter höher als sonst sein, die Gefahren der Sturmflut seien aber gebannt.

Die Rostocker Feuerwehren waren im Zusammenhang mit dem Hochwasser bei insgesamt 14 Einsätzen gefordert. So wurden Keller leer gepumpt und Sandsäcke verbaut. Etwa 3.000 Sandsäcke wurden befüllt und zum Einsatz gebracht. Insgesamt waren 130 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Wasserwehren im Einsatz. In Warnemünde ging der Pegel am späten Abend auf rund 1,60 Meter über Normal hoch. Teile des Ufers am Alten Strom wurden überschwemmt und mussten gesperrt werden. Die Fähren von Warnemünde nach Hohe Düne und zwischen Kabutzenhof und Gehlsdorf in Rostock mussten wegen des Hochwassers ihren Betrieb einstellen.

Liveticker und Bilder der Sturmflut

Höchste Pegelstände in Warnemünde

In Warnemünde wird seit 1872 regelmäßig der Pegelstand gemessen und aufgezeichnet. In Metern über Normalmittelwasserstand ereigneten sich dabei die folgenden Höchststände, wovon hier die höchsten und die am häufigsten genannten aufgezeichnet sind:

  • 12./13. November 1872 mit 2,70 Meter (nach älterer Messmethode 2,43 m) – das höchste Sturmhochwasser seit Beginn der Aufzeichnungen und durch eine Plakete am Lotsenhaus am Alten Strom gekennzeichnet
  • 31. Dezember 1904: 1,90 Meter – das dritthöchste
  • 31. Dezember 1913: 1,91 Meter – das zweithöchste
  • 4. Januar 1954: 1,72 Meter – das vierthöchste
  • 3./4. November 1995: 1,60 Meter
  • 21. Februar 2002: 1,58 Meter
  • 1. November 2006: 1,65 Meter – das fünfthöchste
  • 4. Januar 2017: 1,60 Meter

Dabei ist zu bemerken, dass Warnemünde bei Sturmhochwasser aus Nordost im „Windschatten“ von Rügen liegt. Das machte 1995 ca. 40 Zentimeter Unterschied aus zu den Küsten von Usedom und Rügen. Das Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) kategorisiert in der Ostsee als schwere Sturmflut Wasserstände mit 1,5 bis 2 Meter über mittlerem Wasserstand und sehr schwere Sturmfluten mit mehr als 2 m über mittlerem Wasserstand.

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Veröffentlicht von Wmnde.de

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