Eisbären-Geburtstag im Zoo Rostock

Fiete und Mama Vilma beim Eisbären-Geburtstag im Zoo Rostock. Fotos: Joachim Kloock

Fiete und Mama Vilma beim Eisbären-Geburtstag im Zoo Rostock. Fotos: Joachim Kloock

Kinder naschen gern Schokolade. Und kleine Eisbären? Geburtstagskind Fiete liebt Melone und Weintrauben. Das wissen natürlich auch seine Tierpfleger, die für den heutigen Doppelgeburtstag von Jung-Eisbäre Fiete (1) und Mama-Eisbär Vilma (13) einiges an Leckereien in Eis verpackt haben. Fiete und Vilma können sich aber nicht nur über Geburtstagsüberraschungen von ihren Tierpflegern freuen. Auch einige Besucher und Fans haben Geschenke angekündigt.

Heute ist es genau ein Jahr her, dass bei den Tierpflegern im Rostocker Zoo großer Jubel ausbrach. Ein kleiner Eisbär, nicht viel größer als ein Meerschweinchen, war für diese Freude nach zehn Jahren Jungtierpause verantwortlich. Kaum zu glauben, aber Rostocks Liebling ist inzwischen ein stattlicher und selbstbewusster Eisbärenjunge, der keine Scheu kennt und sich alles zutraut. Fietes Mut und Selbstvertrauen hat die Rostocker Autorin Karolin Köhn animiert, zum ersten Geburtstag ein Kinderbuch zu verfassen, das ab sofort in den Zoo-Shops erhältlich ist.

Groß, kräftig und unternehmungslustig

„Fiete entwickelt sich altersgemäß. Er ist ein großer, kräftiger Bärenjunge, sehr mobil und unternehmungslustig“, berichtete Zookuratorin Antje Zimmermann. „Sein Gewicht schätzen wir aktuell auf ca. 100 Kilogramm. Nur noch selten, höchstens einmal am Tag, holt er sich bei Vilma eine Portion Muttermilch. Viel lieber verputzt er Fische, besonders gern Heringe und Makrelen, oder auch Rindfleisch und Obst, immerhin schon zwei bis drei Kilogramm insgesamt täglich. Wenn er groß ist, werden es bis zu sechs Kilogramm sein.“ Meist ist Vilma zuerst mit dem Fressen fertig und schaut dann, ob es in Fietes Box noch etwas zu holen gibt. Der verteidigt aber sein Futter bereits sehr entschlossen und mit lautem Geschrei.

Mittlerweile kann Fiete alles, was auch ein großer Bär kann. Seine Stammtierpfleger beschreiben ihn als sehr selbstbewusst und eigenständig. Er sei ein kleiner Draufgänger, der vor kaum etwas Angst hat. So ist er schon kurz nach seinem Umzug auf die große Bärenanlage im Sommer vom höchsten Punkt ins Wasser gesprungen. Ein selbständiger und mutiger Bär zu sein, habe ihm seine Mutter Vilma aber auch so vorgelebt, so seine Pfleger. Ein „Muttersöhnchen“ sei Fiete auf keinen Fall. Noch hört Fiete auf seine Mutter. In den vergangenen Monaten hat er immer wieder getestet, wie weit er bei Vilma gehen kann und weiß ganz genau, wann es „ernst“ wird. In der Natur bleiben junge Eisbären bis zu zweieinhalb Jahren bei ihrer Mutter. In dieser Zeit erlernen sie das Jagen und werden dann von ihrer Mutter verlassen. Eisbären werden mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif, wobei die Geschlechtsreife bei weiblichen Tieren etwas eher eintritt.

Fiete und Vilma sowie Oma Vienna bleiben bis zum Beginn der Bauarbeiten für das neue POLARIUM, die mit dem Abriss der alten Bärenburg Ende kommenden Jahres beginnen, im Rostocker Zoo. Danach werden alle drei den Zoo verlassen. Wohin, das wird gemeinsam mit den Fachleuten des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) entschieden.

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Veröffentlicht von Wmnde.de

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