Abriss von Wohnhäusern auf der Mittelmole

Nach dem Verfüllen der historischen Fährbecken auf der Mittelmole in Warnemünde schafft die Eigentümerin des Geländes, die Wohnungsgesellschaft Wiro, weitere Tatsachen.

Gestern begann der Abriss von zwei historischen und lange Zeit unbewohnten Wohnhäusern (die Fachwerkhäuser sind auf der Luftaufnahme rechts im Bild zu sehen) auf der Bahnhofshalbinsel zwischen Bahnhofstunnel und Passagierkai. Bei Einheimischen und Passanten sorgten die Arbeiten gerade durch die angespannte Lage um die Zukunft des Geländes für weiteren Unmut.

„Die zwei Häuser sind baufällig, seit vielen Jahren unbewohnt und bautechnisch nicht haltbar. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sind wir verpflichtet, die Häuser abzureißen“, weiß Wiro-Sprecherin Dagmar Horning. Ein Denkmalschutz besteht nach Angaben der Rostocker Stadtverwaltung nicht, berichtete die Ostsee-Zeitung.

Auch ohne den offiziellen Beschluss des Bebauungsplanes sollen die nach 1990 sanierten Wohnhäuser in der Straße Am Bahnhof bis Mitte November einem Parkplatz, wahrscheinlich für die benachbarten Wohnmobile, weichen.

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Veröffentlicht von Wmnde.de

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Da findet man keine Worte mehr. Bleibt abzuwarten wie sich das ganze Trauerspiel weiter entwickelt.

  2. Es wurden schon ganz andere, deutlich jüngere Bauten unter Denkmalschutz gestellt. Dass diese beiden Fachwerkhäuser keinen Denkmalwert gehabt haben sollten, glaube ich nicht wirklich. Wo war die Denkmalbehörde der HRO?
    Ein paar Touristen aus Sachsen, die ich vor Ort traf, haben die Fachwerkhäuser sofort vermisst. Das zeigt, dass sie ein Wahrzeichen von Warnemünde waren.
    Für mich ist der Abriss eine Schande.

  3. Mann sollte diese Häuser maßstabsgerecht an Ort und Stelle wieder errichten. Sie sollten nicht schwer zu rekonstruieren sein.

  4. Ich weiss zwar nicht mehr wann es war, aber ich kann mich an das blau/weisse Denkmalzeichen an der Fassade der beiden Häuser erinnern.
    Möglich ist, dass der Denkmalschutz mit dem Abriss der angrenzenden Bahnbauten aufgehoben wurde. Im anlässlich des diesjährigen 40-jährigen Jubiläums der Rostocker S-Bahn erschienenem Buch ist eine Luftaufnahme der Gebäude mit „… unter Denkmalschutz stehende Doppelwohnhäuser für Beschäftigte aus der Gründerzeit der Eisenbahn.“ betitelt.
    Ich war daher auch überrascht, als ich vom Abriss in der Presse las.
    Nun gut, wenn Fährbecken nicht mehr genutzt werden und man keine anderweitige Nutzung finden kann, ist Zuschütten wohl die beste Lösung. Wenn die Gebäude baufällig und unbewohnbar waren, wohl auch der Abriss. Anhand der „Anker-Ruine“ kann man aber sehen, dass bereits eingerissene Mauern nach historischem Vorbild neu entstehen können.
    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn auch die Fachwerkhäuser neu entstehen könnten. Sie gehören einfach zum Bahnhofsbild und könnten beispielsweise als Eisdiele oder Café genutzt werden.
    Schlimm wäre es, wenn der Warnemünder Bahnhof als Denkmal so enden würde, wie der Friedrich-Franz-Bahnhof (Güterbahnhof). Das unter Denkmalschutz gestandene Stellwerk W3 ist mit der restaurierten Uhr auf dem Dach und der nun in ein Wohnhaus eingepassten Aussenfassade zweifelsfrei ein Blickfang im neuen Wohngebiet, mit einem Denkmal hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.

    Dem Molenfeuer genannten Wohnpark steht, wenn die veröffentlichte Animation so umgesetzt wird, der nach Elektrifizierung der S-Bahn-Strecke erhalten gebliebenen Seitenflügel des alten Warnemünder Bahnhofs (wo einst die Züge durch’s Gebäude fuhren) im Wege und es droht wohl auch der Abriss.
    Wobei das dort abgestellte alte Molenfeuer sicher einen besseren Standort im IGA-Park hätte, wenn man sich denn nach über 10 Jahren mal für eine Nutzung als Museumstandort entscheiden könnte.
    Ein Museum zur Eisenbahnfähre wäre übrigens auch eine Nutzungsmöglichkeit für ein wiedererrichtetes Fachwerkhaus. Da erinnere ich mich gerne an eine Modellbahnanlage mit dem Fährschiff „Warnemünde“ eines Berliner Modellbahners, die vor Jahren mal in der Hanse-Messe ausgestellt war.

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