DRK-Wasserwacht über richtiges Verhalten am Strand

Sommer ist Badezeit – wo, wenn nicht in Warnemünde? Leider kam es an den Ostseestränden unseres Landes bereits zu tödlichen Badeunfällen. Wir sprachen mit Manuel Brumme, Koordinator der DRK-Wasserwacht in Warnemünde und Markgrafenheide, über die Gefahren im Wasser und welche Regeln Leben retten können.

„An der Ostsee gleicht kein Tag dem anderen“

Wenn ich als Badegast den Strand in Warnemünde betrete – wie kann ich mich am besten orientieren?

Manuel Brumme, Koordinator der DRK-Wasserwacht in Warnemünde und Markgrafenheide. Foto: K. Griesert / DRK

Manuel Brumme, Koordinator der DRK-Wasserwacht in Warnemünde und Markgrafenheide. Foto: K. Griesert / DRK

An jedem bewirtschafteten Strand regeln Flaggen am Mast der Wachstation die einzelnen Gefahrenstufen. Ist eine einzelne Flagge „rot / gelb“ zu sehen, zeigt dies, dass Rettungsschwimmer im Dienst sind. „Gelb“ bedeutet „allgemeine Warnung vor Gefahr“. Kinder und ungeübte Schwimmer dürfen dann auch nicht ins Wasser. Die rote Flagge an der Wachstation  heißt: es herrschen ernsthaft gefährliche Wasserverhältnisse wie etwa hoher Wellengang, Gewitter oder starke Strömungen. Dann besteht Lebensgefahr und das Wasser ist absolut zu meiden.

Wodurch entstehen eigentlich gefährliche Situationen in der Ostsee?

Gerade an der Ostsee gleich kein Tag dem anderen. Der Wind kann relativ schnell umschlagen und innerhalb kurzer Zeit können sich die Wasserverhältnisse ändern. Gerade Strömungen können tückisch sein. So gibt es Strudel, die einen starken Sog zum Meeresgrund aufbauen und dort enden. Andere Strömungen, wie an der Mole, können Badegäste nach außen auf die Ostsee ziehen. Diese nimmt man unter der Wasseroberfläche oftmals gar nicht wahr, können Personen aber ein bis zwei Meter pro Sekunde bewegen. Dann dagegen anzuschwimmen ist kaum machbar.

Halten sich die Badegäste denn an die Flaggen der Wachtürme?

Die meisten Badegäste verhalten sich sehr gewissenhaft. Leider gibt es aber einige, die uns Sorgen bereiten und sich nicht an die Flaggensignale halten. Dann können wir nur immer wieder darauf hinweisen. Eine andere rechtliche Handhabe gibt es derzeit nicht.

Wenn ich aber in Not gerate, was kann ich wirklich tun?

Auch wenn es leicht gesagt ist, sollte man in solchen Situationen tatsächlich versuchen, die Ruhe zu bewahren, nicht gegen die Strömung anzuschwimmen und so wertvolle Kräfte vergeuden. Wichtig ist: sich bemerkbar machen, winken, rufen, anderen Leuten Signale geben.

Zum Glück sind tödliche Gefahrensituationen eher die Ausnahme. Wie sieht denn der Alltag eines Rettungsschwimmers sonst aus?

Insgesamt hatten wir im vergangenen Jahr 250 Einsätze, davon 25 gemeinsam mit dem Rettungsdienst. Zu wirklich schweren Badeunfällen kommt es zum Glück wirklich selten. 80 Prozent der Einsätze entfallen auf die Erste Hilfe direkt am Strand wie Schnittverletzungen oder Kreislaufprobleme. Das alles verteilt auf rund 21.000 Einsatzstunden, die Ehrenamtliche aus ganz Deutschland an unseren Türmen leisten.

Welche Baderegeln helfen, Unfälle am Badestrand zu vermeiden?

Die Wasserwacht rät zum Verhalten im und am Wasser. Grafik: Bayerisches Rotes Kreuz

Die Wasserwacht rät zum Verhalten im und am Wasser. Grafik: Bayerisches Rotes Kreuz

Kurz gesagt: Nicht ins Unbekannte springen, nicht mit vollem Bauch, unter Alkoholeinfluss oder ohne Abkühlung ins Wasser gehen, bewachte Strände nutzen und dort baden, wo die Gegebenheiten ersichtlich sind, das eigene Können realistisch einschätzen – und: längere Strecken nie allein schwimmen.

Das Gespräch führte Stefanie Kasch (DRK)

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Veröffentlicht von Wmnde.de

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